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Henry Purcell -- 15 Fantasien
O. Gibbons, W. Byrd: Orgelkompositionen

LA GAMBA Freiburg Ltg.: Ekkehard Weber
Gerhard Gnann, Orgelpositiv

Sie sind gewisssermaßen Relikte der musikalischen Renaissance-Zeit, jene Fantasien für Gamben-Consort von Henry Purcell. In dem Miteinander gleichartiger Instrumente und ihrer streng polyphon-kontrapunktischen Anlage hängen diese Kompositionen einem Klangideal nach, das noch im 16. Jahrhundert die europäische Musik beherrschte.
Dabei sind sie im Jahre 1680 komponiert, in einer Zeit, da die Viola da Gamba bereits im wesentlichen von der Violine verdrängt war, in einer Zeit, wo die expressive Melodielinie über einem Generalbaß mehr Raum für affekthaftes Ausleben in der Musik bot. Was mochte Purcell, der sich wenig später der neuen Gattung der Oper widmete, wohl veranlasst haben, diese offensichtlich letzten kammermusikalischen Fantasien der Musikgeschichte zu schreiben? Die Werke selbst geben uns die Antwort: sie sind weniger der Versuch, traditionelle Formen und Kompositionsweisen mit neuen Inhalten und damaligen Modernismen zu füllen (auch wenn Purcell um ausdrucksbetonte Melodik und chromatisch gefärbte Harmonik keinen Bogen macht), sondern um diese Musik zu hoher Vollendung und Reife zu führen, was Purcell auf geniale Weise gelingt.
Diese zweite CD des Freiburger Ensembles LA GAMBA auf ARS MUSICI setzt die hohen Maßstäbe der ersten Einspielung mit Deutscher Consort-Musik, die in der Fachpresse hohes Lob erhielt, fort.

Sie hören:
Henry Purcell
In Nomine à 6

Presse-Stimmen press releases

... The principal novelty of the LA GAMBA disc is the presence of an organ, which gives the pieces a warmer, less desolate sound. Some will welcome it, others hate it, but anyone who loves this music might find the approach a refreshing change of pace...
Ekkehard Weber, one of Germany's best gambists, leads a fine group that plays these pieces quite well. Gnann joins them for delightful renditions of the six- and seven-part pieces, and his solo organ pieces give the disc the air of a well-planned concert.
(American Record Guide)

Als "eine Sache für leidenschaftliche Liebhaber unter den Musikern" beschreibt der interessant zu lesende Begleittext die Fantasien von Henry Purcell. In LA GAMBA haben sie ihren Meister gefunden. Das 1985 gegründete Studenten-Ensemble, das inzwischen längst zum international renommierten Profi geworden ist, hat nichts von seiner Jugendfrische und Spontaneität verloren. Genußvoll wird der Consort-Klang ausgekostet, mit schlackenloser Perfektion und ausdrucks*-intensivem Gestus. Der Freiburger Organist Gerhard Gnann hat für die ergänzenden Orgelstücke den richtigen, angenehm unforcierten Blickwinkel.
(FONO FORUM)

... LA GAMBAs Einspielung klingt homogener und abgerundeter, nicht zuletzt aufgrund des weicheren Klangbilds. Vereinfacht könnte man sagen, hier werde Purcell aus dem Geist seiner eigenen Vergangenheit heraus interpretiert, aus der Tradition des Gambenconsorts, was ja vollauf legitim ist. Ein interessantes Detail bringen die Interpretationen mit der Integration eines Orgelpositivs ins Spiel, das in den letzten drei Fantasien für fünf, sechs bzw. sieben Stimmen einen Part übernimmt. So bleibt jenes durchgehende C in der Fantasie "upon one note" vom ersten bis zum letzten Takt plastisch präsent, um nicht zu sagen insistent. Ob dies nun "authentisch" ist oder nicht, bleibt angesichts des überzeugenden Ergebnisses zweitrangig...
Eine sehr empfehlenswerte Einspielung...
(CONCERTO)

... Any ensemble interpreting Henry Purcell's music - music as graceful, powerful and poetic as any that was ever composed - has no easy task. This is especially so in performing the fantasias, for they are imbued with the most profound sadness and poignancy _ often evoking, at least in this listener, memories of the lament of Dido. Moreover, the ensemble must look beyond these feelings and seek to express an unrivaled understanding of life they seem to contain. A tall order...
The ensemble LA GAMBA ... has now recorded the fantasias. I have nothing but admiration for this beautifully balanced, sensitive performance, which has just the right touch of vibrato in the treble viol played by Mr. Weber. You need only to pick up a score to see and hear the clarity and transparency with whith the individual voices come through. The articulations are very clean. Having heard other performances of LA GAMBA, I would have expected no less. A portativ is used for the "In Nomine" in the 5, 6 and 7"part fantasies, and if I have any criticism at all, it is that the C in the "upon one note" F Major Fantasy slightly masks the other viols. I'd have preferred a sweet"sounding zink or another viol... This recording captures the chromatic passages, the dissonances and the incredible tempo changes with fine eloquence and just the right amount of emotional expression...
(Viola da Gamba Society of America, Newsletter)

Es läßt sich kaum verbergen: Bei LA GAMBA kommt der zündende Funke von oben. Ekkehard Webers Diskantspiel mit den sprudelnden Läufen, intensiv gestalteten lyrischen Stellen und ausgesprochen dezenten Verzierungen hat tatsächlich etwas Faszinierendes... gestalten die Fantasien mit der gebührenden Dramatik: Große Bögen sind hörbar, Chromatik und Dissonanzen werden ausgekostet, die Dynamik ist mitunter überwältigend...
Für das orgelpunktartige c' in der Fantasia "upon one note" und für das "In Nomine"Thema setzen die Freiburger die Orgel ein, die sich recht gut ins Gambengewebe mischt...
(Viola da Gamba Mitteilungen, Winterthur)

...solchen Erscheinungen versucht das Ensemble mit verschiedenen Mitteln entgegenzuwirken. Erstens lassen seine Tempi in den "quick" und "brisk" Teilen den Worten Taten folgen. Zweimal wird die Fantasienfolge durch herrliche Orgelstücke, gespielt auf einem wunderschönen Positiv, unterbrochen...
Daneben aber gefällt mir das Ensemble mit seinem einfachen Spiel, das nicht das gekünstelte sucht, sondern das Kunstvolle in Purcells Musik zum Kunstwerk werden läßt. Sehr einheitlich ist auch das Timbre der Gamben, nur hie und da ist der Diskant um ein weniges zu stark.
(Intrada, Schweizer Zeitschrift für Alte Musik)

Purcells 15 Fantasien - das sind keine Beispiele seines "modernen", barocken Kompositionsstils, sondern der Rückwendung zur polyphonen Tradition der Renaissance. Einer Tradition, die auch die Späteren nicht losgelassen hat, wie zum Beispiel das Schaffen Bachs belegt. Das Ensemble LA GAMBA hat die Fantasien nun eingespielt, Stücke, die zu Unrecht als nur für Spezialisten interessant gelten. In der strengen Form entfaltet sich eine ungeahnte Melodiosität und rhythmische Vielfalt. Ergänzt wird die Aufnahme durch Orgelstücke von Orlando Gibbons und William Byrd.
(Kölnische Rundschau)

Für Henry Purcell ist das 1985 in Freiburg von Ekkehard Weber gegründete LA GAMBA zuständig. Zuständig?Prädestiniert, um die Auswahl von 15 Fantasien auf den mild-gedeckten Ton zu bringen, wie er wohl im 17. Jahrhundert geklungen haben mag.
Und Gerhard Gnann gibt vom Positiv drei Beispiele für Orgelkompositionen Gibbons und Byrds, wie sie in ihrer miniaturhaften Struktur im 16./17. Jahrhundert beliebt waren.
(Südkurier)